Am Samstag war der Biobauer aus Mühlhausen mit einem Marktstand auf dem Homberger Marktplatz vertreten und will zumindest diesen Sommer wieder regelmäßig dort erscheinen, daß erfuhren wir jedenfalls von dem jungen Mann, der den Stand betreute und nach Aussage des Biobauern Benjamin heisst.
Wir kauften an diesem Stand 10 Eier im Karton von BIOLAND und wir erfuhren von Benjamin, daß die Eier aus dem Hofladen des Biobauern aus Mühlhausen stammen.
Ob die Eier tatsächlich von BIOLAND sind, daran kommen uns nun erhebliche Zweifel. Was uns zuerst auffiel, ist, daß die Eier unterschiedlich groß sind, also unsortiert. Das unter Ei in der Mitte mit Stempel dient als Referenz-Ei und stammt von Edeka.
Die vermeintlichen BIOLAND-Eier vom Biobauer aus Mühlhausen sind alle ungestempelt, d. h. man kann weder feststellen, ob es sich tatsächlich um ein BIOLAND-Ei handelt und wo das Ei überhaupt herkommt. Im Eierkarton von BIOLAND befindet sich zwar ein Kontrollstempel, (0-DE-23457-2) doch nach der Überprüfung des Stempels auf der BIOLAND-Website erhält man den Hinweis, dass sich in der Datenbank kein Betrieb mit der eingegebenen Kontrollnummer befindet.
Auch ist das Mindesthaltbarkeitsdatum der Eier ebensowenig festzustellen, wie das Legedatum.
Nun verlangt man ja nicht, dass jedes Huhn das Ei jeweils selbst signiert. In jedem Fall muss ein echtes Bioprodukt die gesetzlich vorgeschriebene EWG-Kontrollstellen-Nummer (Beispiel: DE-001-Öko-Kontrollstelle) tragen. Diese Nummer bestätigt, dass das Produkt den Öko-Richtlinien der Europäischen Union entspricht und dass Landwirte sowie Lebensmittelhersteller regelmäßig kontrolliert werden. Die Nummer steht entweder in Kombination mit einem Öko-Label (wie z.B. dem staatlichen Bio-Siegel) oder einem anderen Label (wie z.B. Demeter oder Bioland) oder solo auf der Verpackung.
Wir wissen nun nicht wer die Eier gelegt hat, ok, dass es Hühner waren ist keine Frage, wobei man bei den kleinen Eiern fast eher auf Wachteln tippen möchte. Waren das nun glückliche Hühner aus Freilandhaltung, oder doch so arme, bemitleidenswerte Käfigviecher mit kahlen Hälsen und kaum noch Federn? Deutsche Hühner oder holländische? Bleibt also die Frage, was der Biobauer uns da auf dem Marktplatz in Homberg verkauft hat.
Doch warum nicht den Biobauer aus Mühlhausen einfach mal fragen wie sich das verhält. Mit dem Sachverhalt telefonisch konfrontiert und darauf angesprochen, meinte der Biobauer, er hätte selber gar keine Hühner, die Eier kämen von Zulieferbetrieben. Die Eier vom Marktplatzstand können auch von Benjamin sein, denn der hätte Legehennen.
Zwerghühner vermutlich.
Und wie ist das mit dem fehlenden Stempel, Herr Biobauer aus Mühlhausen und wie kann ich nun feststellen, wie lange die Eier haltbar sind? Die Antwort des Biobauern war kurz, einen Stempel müssten die Eier nicht haben und zweitens müsste ich weder wissen, wo die Eier herkommen, wie alt die sind, bzw. wie lange haltbar.
Ach so?
Für was gibt es aber dann die gesetzliche Verpflichtung aus dem Jahr 2004? Ab da muß jedes Ei EU-weit mit einer Öko-Kontrollstellennummer gekennzeichnet sein.
0: Steht für ökologische Erzeugung
1: Bedeutet Freilandhaltung – dabei ist auch die Fläche pro Huhn vorgeschrieben
2: Bedeutet Bodenhaltung – das Huhn läuft frei im Stall
3: Ist das traurige Zeugnis, dass dieses Huhn ein Leben lang in einem engen Käfig gehaust hat
Dahinter steht der Ländercode, also DE für Deutschland und dann noch die Nummer des Legebetriebs.
Das alles muss ich nicht unbedingt wissen? Interessante These, die der Biobauer da aufstellt. Das kann er denen erzählen, die sich nicht davon abbringen lassen, Mitglieder in seinem Mitgliederladen zu werden. Es soll ja Leute gben, die lassen sich auf so etwas ein. Ich nicht!
Wenn die Eier vom Marktstand des Biobauern tatsächlich von den Hühnern des Standbetreuers Benjamin stammen, dann frage ich mich, was die in einem Karton von BIOLAND zu suchen haben, mit nicht nachvollziehbarer Öko-Kontrollnummer und ohne Angabe des Haltbarkeitsdatums? Die Aussage, die Eier würden aus dem Hofladen des Biobauern stammen, würde dann ja auch kaum zutreffen.
Sonderbare Geschäftsgebaren.
Fragen wir doch mal, welche Regelungen für lose Eier gelten?
Die Verbraucherberatung Hessen schreibt dazu folgendes:
Lose Eier müssen ebenfalls mit dem Erzeugercode gestempelt sein. Wie die Hennen gehalten wurden, muss auf einem Schild angegeben sein. Bei sortierten Eiern ist über Güte- und Gewichtsklasse, Packstellennummer, Mindesthaltbarkeitsdatum und den sogenannten Verbraucherhinweis schriftlich zu informieren.
Für Eier, die der Erzeuger unmittelbar an den Endverbraucher abgibt (ab Hof, auf einem örtlichen Markt oder im Verkauf an der Tür), gelten Ausnahmeregelungen.
Sie müssen unsortiert und unverpackt angeboten werden. Angaben über Güte- und Gewichtsklasse oder Fütterungsart sind nicht erlaubt. Angegeben sein müssen aber auf einem Schild Mindesthaltbarkeitsdatum und Verbraucherhinweis. Außerdem müssen Eier, die der Erzeuger auf einem örtlichen öffentlichen Markt (Wochenmarkt) abgibt, mit dem Erzeugercode gestempelt werden.
Wenn Sie mit der Maus auf die Bilder im Text klicken, dann sehen Sie, was auf dem Karton von BIOLAND vorhanden, bzw, nicht vorhanden ist.
Tja Herr Biobauer und nun?
Wir haben heute Morgen zum Frühstück Eier vom “Eiermann” gegessen,, dass ist der, der immer mit den blauen Autos herumfährt. Die waren gestempelt, die Eier, nicht die Autos und haben superlecker geschmeckt.
Da kostet das Ei auch nur 20 Cent und nicht wucherige 25 Cent wie beim Biobauern, wo man nicht weiß, wo die herkommen.
Ich denke mal, der Kauf von Bioware ist auch Vertrauensache, sonst muss man keine Bioware kaufen. Ich persönlich kann dieses Vertrauen dem Biobauern aus Mühlhausen nicht entgegenbringen. Die vermeintlichen BIOLAND-Eier vom Biobauern essen wir mal lieber nicht.
Ich warte da lieber, bis der “Landmarkt” im REWE eröffnet und dann gibts ja auch noch LIDL, ALDI und HERKULES mit ihrem Bioangebot und garantiert gestempelten Eiern.